Battle Royale

Battle Royale, Japan 2000, Kinji Fukasaku, 122 Min. (Director's cut)

Es fließt Blut, viel Blut, und noch bevor der Film erklärt hat, worum es gehen wird, liegen schon zwei der 42 Schüler tot am Boden.

Battle Royale nimmt sich des kulturpessimistischen Dauerlamentos an, die jungen Generationen würden immer fauler und respektloser (von dümmer, dem dritten Teil des ritualisierten Wehklagens, redet der Film nicht). Und wo es normaler Weise bei der Drohung bleibt, jetzt würden andere Saiten aufgezogen, spielt der Film sie durch. Eine Schulklasse wird auf eine unbewohnte Insel geschafft und die 15-, 16-jährigen Schüler stehen vor der Aufgabe, sich innerhalb von drei Tagen gegenseitig mit zufällig zugelosten Waffen umzubringen, denn nur einer von ihnen darf die Insel lebend wieder verlassen. (Die Idee wurde in »The Hunger Games« nahtlos übernommen.)

Eine Anregung dürfte Battle Royale bei William Goldings Roman »Herr der Fliegen« gefunden haben. Aber Golding meint es mit seiner abstrusen Lehrer-Phantasie ernst, wenn er eine Gruppe von Schülern auf eine einsame Insel verfrachtet, wo sie sich innerhalb kürzester Zeit mit einem Rückfall in Atavismen gegenseitig das Leben zur Hölle machen. 1

Dagegen folgt Battle Royale seinen Protagonisten und ihren unterschiedlichen Strategien, in der ausweglosen Situation zu überleben - als Einzelkämpfer, mit Partnern, mit und ohne Gewalt. Der Film thematisiert seine Anliegen - Hinterhältigkeit und Verrat, Freundschaft und Solidarität - drastisch. Dabei verleiht das sich meist umstandslos einstellende Gemetzel dem Film Comic-Charakter und die sich häufenden, mit dem gebotenen Unernst vorgeführten Gräuel lassen den Film zwischen sarkastischer Satire und Groteske schwanken. »Früher«, so dürfte wohl der Kommentar aus der Ecke der Kulturpessimisten lauten, »hätte es eine solch zynische Geschmacklosigkeit nicht gegeben.« Wie schön, dass wir heute leben.

(In Deutschland steht der Film wegen Gewaltverherrlichung auf dem Index der BPJM.)