Musik

Brandt Brauer Frick - You Make Me Real

Es klingt fast nach handgemachtem Techno, fielen durch die überwiegend klassische Instrumentierung nicht die Klangflächen aus den elektronischen Apparaturen weg. So erinnert das perkussive Spiel fast an Stücke von John Cage (mal sehen ob ich "Three Dances" wiederfinde), nur diese Tänze könnten DJs tatsächlich im Club auflegen.

Stimming - Liquorice

Stimming gehört zur Hamburger Minimal-Techno-Szene. Mit Techno hat die Musik nur noch am Rande zu tun, weil er sie in ihre Bestandteile zerlegt und sie in (für Techno) bislang ungehörte Geräusche kleidet.

Oddjob - Clint

Eine schwedische Jazzband hat sich der Filmmusiken von Clint Eastwood angenommen - hängt sie höher

Technical Drawings - The Ruined Map

Die kongolesische Lieblingsband der Einstürzenden Neubauten, Konono No 1, trifft auf Pascal Comelade. Zumindest klingt es hin und wieder so.

Gerardo Núñez - Calima, Andando el Tiempo

Der Mann aus Jerez weitet die Spielwiese des Flamenco mit Jazz-Einflüssen aus. In den schönsten Momenten lässt er diese Schubladen hinter sich und findet einen eigenen Ansatz.

Tomatito - Barrio Negro

Flamenco hatten Camaron und Paco de Lucia in den 70ern aus dem Dornröschenschlaf einer zwar kunstvollen aber schon angestaubten Folklore-Ecke geholt. Tomatito gehört zu den  Nachfolgern, der auf seiner zweiten Platte 1991 das Erbe der beiden mit Blick auf die Tradition weiterspann.

Kornstad - Single Engine

Håkon Kornstad ist ein norwegischer Jazz-Saxophonist, der in diesen Tagen sein zweites Solo-Album vorlegt. Das hier ist sein erstes und er nutzt darauf die Technik, um aus seinem einen Instrument mit aller Zurückhaltung etwas mehr zu machen. Für Rock gewohnte Ohren könnte "Tempelhof" ein Anknüpfungspunkt sein. Mir bleibt vor allem "Sweden" im Kopf, zu dem jemand mit allem Unverstand der Jugend meinte, es klänge, wie moderne Malerei aussieht. Dabei ist es nur ein wunderhübsches Lied.

Blood Brothers - Burn Piano Island, Burn

Da sich die Band 2007 aufgelöst hat, ist hier ein Nekrolog fällig: Knüppel! Kreisch! Lärm! Schepper!

Shackleton - Three EPs

Psychedelic Dubstep? Zwischen den eher düsteren elektronischen Rhythmen, die mit ihren Stereo-Effekten die Ohren durchquirlen, tauchen vielerlei Geräusche auf, die schon aus anderen Zusammenhängen bekannt sind. Doch wo Kraftwerk aus dem Rattern der Züge über die Gleise oder dem Keuchen der Radfahrer den Rhythmus gewinnen, dienen die Klänge hier als atmosphärische Arabesken.

Tin Hat (Trio) - Helium, The Sad Machinery of Spring

Tin Hat begann als Duo-Formation, die den Dritten zur Session jeweils einlud. Mittlerweile ist das Trio gewachsen und die Band erschließt auch ohne Besucher einen riesigen Fundus an Anknüpfungspunkten. Mal klingt es nach Folk, dann scheint Jazz durch, bis die Klarinette Klezmer tanzt und Kurt Weill einfließt. Spart man die Momente aus, in denen die Musik ins Esoterische abgleitet, bleibt eine ruhige, souveräne, sehr unterhaltsame Mixtur.

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