Expressionismus

aktualisiert: Carl Einstein - Bebuquin

Die Titelei der Erstausgabe von 1912 bezeichnet das Büchlein als Roman. Thesenschleuder wäre wohl treffender, denn die Figuren in diesem Experiment sprechen selten miteinander sondern eher nebeneinander (wenn nicht ein leeres Zimmer die Hauptfigur in einen Monolog zwingt). Zudem stecken die Thesen nicht nur in den Äußerungen der Protagonisten, sondern der Autor beteiligt sich munter an diesem Spiel: Er bricht der Synästhetik eine Lanze, wenn er Farben zu Gehör bringt oder unterhält mit erhellenden Analogien, wenn der Sonnenstrahl zum Lichtschlag gerät.

Alfred Wolfenstein - Die gottlosen Jahre

Unaufhaltsam schrumpft der Himmel, WolkenErnst Ludwig Kirchner - Der rote Turm in Halle
Kommen breit aus allen Horizonten,
Fahle fremde Schattenkörper kalken
Ihre Decke über den entsonnten. 

Ein Wetterbericht, der in solchen Worten zunehmende Bewölkung beschriebe, stieße auf Unverständnis. Aber das Alltägliche in gesuchte Worte zu kleiden und es in Versen zu rhythmisieren soll es dem Altbekannten entziehen.

Else Lasker-Schüler - Briefe nach Norwegen

Anlass für die Briefe war eine Reise nach Norwegen, die Herwarth Walden zusammen mit seinem Freund Kurt Neimann Ende August / Anfang September 1911 unternahm. Else Lasker-Schüler ist zu diesem Zeitpunkt noch mit Herwarth Walden, dem Herausgeber des »Sturm« verheiratet, das Paar hatte sich aber bereits im Jahr zuvor getrennt.

Carl Einstein - Bebuquin

Es liegt eine aktualisierte Fassung des Beitrags vor.

Die Titelei der Erstausgabe von 1912 bezeichnet das Büchlein als Roman. Thesenschleuder wäre wohl treffender, denn die Figuren in diesem Experiment sprechen selten miteinander sondern eher nebeneinander (wenn nicht ein leeres Zimmer die Hauptfigur in einen Monolog zwingt). Zudem stecken die Thesen nicht nur in den Äußerungen der Protagonisten, sondern der Autor beteiligt sich munter an diesem Spiel: Er bricht der Synästhetik eine Lanze, wenn er Farben zu Gehör bringt oder unterhält mit erhellenden Analogien, wenn der Sonnenstrahl zum Lichtschlag gerät.

Ernst Blass - Die Gedichte von Trennung und Licht

Ernst Blass gehörte zum Kreis der Berliner Expressionisten, die vor dem Ersten Weltkrieg in den Zeitschriften »Aktion« und »Sturm« sprachliches Neuland erkundeten. Er betätigte sich ab 1914 selbst als Herausgeber der Zeitschrift »Die Argonauten« und veröffentlichte bis in die 20er Jahre hinein verschiedene Gedichtbände. Ende der 20er erkrankte er und starb 1939 in Berlin im Alter von 48 Jahren an Tuberkulose.

Alfred Lichtenstein - Gedichte und Prosa

Lichtenstein veröffentlichte ab 1910 Gedichte und Prosa. Er dichtet von Varieté-Besuchen, von leichten Mädchen, von Trunkenheit und Homosexualität (»Zu der Geliebten sehnt sich eine Dame«) und macht dabei, wie sein Bruder im Geiste, Jakob van Hoddis, der Sprache Beine. Dabei entsteht zwar ein zeitgemäßes Portrait der Stadt (»Wie Schreibmaschinen klappen Droschkenhufe«), aber er gerät nicht nur durch die Wahl seiner Themen in Widerspruch zum Selbstbild der Gesellschaft.

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