Electronic

Javier Estrada - Tribal Prehispánico

Rhythmen aus der Zeit vor der Eroberung durch die Spanier behauptet der mexikanische DJ hier vorzulegen: Azteken-Disco oder Maya-Techno wäre das dann wohl. Nach staubiger archäologischer Mühsal klingt das Ergebnis nicht, eher nach Freude an der Ironie, aktuelle musikalische Elemente in Anachronismen zu verwandeln. Und nach der These, die Tanztempel von damals und von heute unterschieden sich im Wesentlichen in der Beleuchtungstechnik.

Gibt es auch zum Herunterladen: http://naafi.mx/prehispanico/

Tomaga - Futura Grotesk

Die Schlagzeugerin des Londoner Duos sorgt für eine Struktur vertrackt verzerrter Beats, über die sich Sound-Schleifen legen, die Geräusche der Industrial Music mit elektronischen Experimenten zusammen führen. Dabei tragen die beiden ihre Musik so unaufdringlich und gelassen vor, dass das Ganze fast ein wenig entrückt wirkt.

Diamond Version - CI

Nach den 5 EPs haben Diamond Version jetzt also ihre klangliche Corporate Identity veröffentlicht. Einige der Titel hatten sie schon auf den EPs herausgebracht und wahren so den Eindruck von Kontinuität auch in der Musik. Auf der Langstrecke des Albums klingt das Chemnitzer Duo entschieden: tanzbar und klangsuchend.

Caliph8 - Stillborn Etudes

In der bitteren philippinischen Gangster-Ballade "On the Job" (www.imdb.com/title/tt2717558) ordnet sich die Musik häufiger nicht dem Geschehen unter sondern übernimmt, kantig und sperrig, einen eigenen Part mit verhaltenen Rhythmen, Jazz-Anleihen und Klängen, die häufiger dem Schaben, dem Scharren, dem Schlurfen nachgehen. Das Ergebnis landet trotzdem zwischen Lounge und Tanzboden. Sound-Tüftler Caliph8 betätigt sich als Teil der Band Drip schon seit 2003 im Rahmen von Triphop.

Durian Brothers - Split Series #22

Die Durian Brothers erkundeten mit zwei Plattenspielern, einem Sequencer und diversen Hilfsmitteln aus Papier und Metall auf ihren bisherigen EPs vertrackte rhythmische Strukturen. Ein älteres Stück, »Giri Giri« enthält das gleiche Motiv, das in Berlin auch die U-Bahn singt, wenn sie über dem Gleisdreieckpark in die Kurve geht.

Von Duesz - Dynamo, Garant

Die Band kommt aus der Stadt, die es nicht gibt (um mal eine Usenet-Antiquität wieder auszugraben), und mischen lässig unbekümmert Techno, Elektronisches und Jazz und bringen mit Spilts tatsächlich eine Verbeugung vor dem Free Funk aus Ornette Colemans »Prime Time«-Zeiten unter. Leider hält die zweite Platte nicht so ganz, was sie auf Dynamo noch versprochen hatten.

Diamond Version - EP4, EP5

Die Herren vom raster noton label sind fleißig und setzen ihre Veröffentlichungen in Häppchen fort. Die Titel ihrer elektronischen Operationen »When performance matters« oder »Operate at your optimum« entnehmen die Sachsen übrigens den Hohlphrasen mit denen Marketing-Fritzen in technoiden Branchen um sich werfen.

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