Javier Estrada - Tribal Prehispánico

Rhythmen aus der Zeit vor der Eroberung durch die Spanier behauptet der mexikanische DJ hier vorzulegen: Azteken-Disco oder Maya-Techno wäre das dann wohl. Nach staubiger archäologischer Mühsal klingt das Ergebnis nicht, eher nach Freude an der Ironie, aktuelle musikalische Elemente in Anachronismen zu verwandeln. Und nach der These, die Tanztempel von damals und von heute unterschieden sich im Wesentlichen in der Beleuchtungstechnik.

Leserwerbung

Es sei denn, natürlich, die Leser bleiben aus. Und schicksalsergeben auf Leser warten, zerrt so sehr an den Nerven, dass man sie auch verlieren kann – wie Ramón Gutierrez Martín. Einen Verleger hatte Ramón noch gefunden, sein Buch erschien auch ordnungsgemäß, einige Buchhandlungen stellten es sogar in ihren Schaufenstern aus, aber die Kritiker schwiegen und das Buch fand keine Käufer. Ramón hoffte auf Mundpropaganda, die ihm sein Verleger versprach, doch es blieb bei den in den ersten drei Monaten verkauften 87 Exemplaren.

Carl Einstein - Bebuquin

Es liegt eine aktualisierte Fassung des Beitrags vor.

Die Titelei der Erstausgabe von 1912 bezeichnet das Büchlein als Roman. Thesenschleuder wäre wohl treffender, denn die Figuren in diesem Experiment sprechen selten miteinander sondern eher nebeneinander (wenn nicht ein leeres Zimmer die Hauptfigur in einen Monolog zwingt). Zudem stecken die Thesen nicht nur in den Äußerungen der Protagonisten, sondern der Autor beteiligt sich munter an diesem Spiel: Er bricht der Synästhetik eine Lanze, wenn er Farben zu Gehör bringt oder unterhält mit erhellenden Analogien, wenn der Sonnenstrahl zum Lichtschlag gerät.

Ernst Blass - Die Gedichte von Trennung und Licht

Ernst Blass gehörte zum Kreis der Berliner Expressionisten, die vor dem Ersten Weltkrieg in den Zeitschriften »Aktion« und »Sturm« sprachliches Neuland erkundeten. Er betätigte sich ab 1914 selbst als Herausgeber der Zeitschrift »Die Argonauten« und veröffentlichte bis in die 20er Jahre hinein verschiedene Gedichtbände. Ende der 20er erkrankte er und starb 1939 in Berlin im Alter von 48 Jahren an Tuberkulose.

Ibliss - Supernova

Mit »Trommelorgie« und »Jazzrock« wird die 1972 erschienene Platte in Krautrock-Kreisen wegwerfend charakterisiert. Das unterschlägt die Möglichkeit, hier in Anlehnung an Osibisa, eine frühe Form europäisierten Afrobeats zu hören. Und dann entwickelt sich da, insbesondere in High Life (eigentlich eine Bezeichnung für populäre Musik aus Ghana), immer wieder ein hypnotisierender Rhythmus.

Alif Naaba - Yiki

Für die jüngere Generation der Musiker aus Burkina Faso ist die Verbindung traditioneller Elemente mit europäischen Klangvorstellungen mittlerweile selbstverständlich. Auf dem vierten Album des Musikers aus Koudougou bilden Rhythmus und Struktur der heimischen Musik die Ausgangspunkte.

Diamond Version - CI

Nach den 5 EPs haben Diamond Version jetzt also ihre klangliche Corporate Identity veröffentlicht. Einige der Titel hatten sie schon auf den EPs herausgebracht und wahren so den Eindruck von Kontinuität auch in der Musik. Auf der Langstrecke des Albums klingt das Chemnitzer Duo entschieden: tanzbar und klangsuchend.

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