Tinariwen - Aman Iman, Amassakoul, The Radio Tisdas Sessions

Die Gruppe gibt es schon seit 25 Jahren, aber die Tuareg-Musiker haben bis 2000 ihre Stücke eher auf Kassetten in den Ländern südlich der Sahara veröffentlicht. Angeblich haben sie nur die traditionellen Instrumente mit den modernen Pendants vertauscht, aber trotzdem lautet die gängige Assoziation "Wüsten-Blues", was zwar einen Eindruck beschreibt, aber der Musik längst nicht gerecht wird. Die ist allein mit dem kehligen Gesang und dem Rhythmus im Passgang wesentlich vielschichtiger.

Kora Jazz Trio - s.t., Part Two

Die drei Musiker leben in Paris und stammen aus Guinea und dem Senegal von wo sie auch die Kora (annähernd: Kürbisharfe) mitgebracht haben, die sie in der klassischen Jazz-Trio-Besetzung neben Klavier und Schlagzeug einsetzen. Normalerweise würde ich Jazz nicht ins Archiv packen, aber hier wird an verschiedenen Stellen die Ausbeutungsrichtung umgekehrt: Nicht Jazzer peppen ihre Stücke exotisch auf, sondern der westafrikanischen Musik wird Jazz beigemengt.

Lhasa de Sela - La Llorona, The Living Road

Im Englischen gibt es die Formulierung »it grows on me« um den Prozess zunehmender Wertschätzung von Musik zu beschreiben. Hier bin ich versucht, nach einer Wendung für das Gegenteil zu forschen. Mit jedem Hören wächst der Verdacht, Edelkitsch vorgesetzt zu bekommen.

Clutchy Hopkins - The Life of Clutchy Hopkins, Walking Backwards

Noch so ein Internet-Phänomen, von dem niemand weiß, wer dahinter steckt. Es geht um HipHop oder vielleicht doch eher um Jazz? Jedenfalls bleiben dem Hörer die lästigen Verbaldurchfälle erspart und die Musik lässt gar keinen Zweifel aufkommen, dass es so viel abwechslungsreicher ist.

Oh No - Dr No's Oxperiment

Die Karl-May-Musik des kalifornischen Hip-Hop-Bastlers besteht in einer virtuellen Reise, die im östlichen Mittelmeer am Radio stattgefunden haben könnte, aber wahrscheinlich dem Internet zu verdanken ist. Er präsentiert Miniaturen aus Samples, die er der libanesischen oder syrischen Pop-Musik abgelauscht hat.

Bethany & Rufus - 900 Miles

Sie (die Tochter von Peter aus Peter, Paul und Mary) singt, raunt und haucht, er streicht, zupft und hämmert auf dem Cello. Trotz der Beschränkung ziehen die beiden die Stücke nicht nur aus dem Rahmen des Folk, sondern verknüpfen die Musik so mit Jazz, Pop und Elementen aus der Weltmusik als hätte sie schon immer so klingen müssen.

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