Friedrich Hölderlin - Gedichte

Friedrich Hölderlin gehörte zu den unglücklichen Künstlern, deren Lebenslauf den Gemeinplatz eines Zusammenhangs von Genie und Wahnsinn nährt. Ein Zusammenhang der vor allem durch das seltsame Vorgehen entsteht, aus der Biographie, die ja nichts weiter ist als eine Interpretation des Lebenslaufs, Hinweise zur Deutung des Werks zu gewinnen. (Wie viele Katzen beißen sich da eigentlich in den Schwanz?)

Heinrich Heine - Buch der Lieder

Heine war nicht nur Zeit seines Lebens in Deutschland umstritten. Gründe für sein Dasein als Außenseiter wurden und werden viele genannt: Man warf ihm seine jüdische Herkunft vor, stieß sich an seiner Streitbarkeit, sah in ihm einen Sozialisten, kreidete ihm an, sich in Paris niedergelassen zu haben - beim Erbfeind (so hieß das lange Zeit), und zensierte seine Texte, weil sie zu frivol waren oder gar die Obrigkeit verspotteten - ein Sakrileg im preußisch geprägten Untertanenstaat.

Mangelware E-Book

Die Situation wirkt paradox: eigentlich sollte es von E-Books nur so wimmeln. Da in Deutschland die Schriften eines Autors 70 Jahre nach dessen Tod gemeinfrei werden, existiert genügend Stoff und mit dem E-Book-Standard epub existiert auch ein vergleichsweise simples Format für die Veröffentlichung. Tatsächlich aber scheint nichts schwieriger zu sein, als ein vernünftiges E-Book zu finden.

Caliph8 - Stillborn Etudes

In der bitteren philippinischen Gangster-Ballade "On the Job" (www.imdb.com/title/tt2717558) ordnet sich die Musik häufiger nicht dem Geschehen unter sondern übernimmt, kantig und sperrig, einen eigenen Part mit verhaltenen Rhythmen, Jazz-Anleihen und Klängen, die häufiger dem Schaben, dem Scharren, dem Schlurfen nachgehen. Das Ergebnis landet trotzdem zwischen Lounge und Tanzboden. Sound-Tüftler Caliph8 betätigt sich als Teil der Band Drip schon seit 2003 im Rahmen von Triphop.

Was ist Fortschritt?

Auszug:

| (21:38:05) DerEine: man darf doch noch ne anständige partie golf spielen
| (21:38:19) DerAndere: ja ne, nich wenn ich was will!
| (21:38:35) DerAndere: hassu alle fragen gelesen?
| (21:38:44) DerAndere: oder muss ich jetz nochma formulieren
| (21:38:45) DerAndere: ?
| (21:38:46) DerEine: ja ja ja
| (21:38:57) DerEine: also zur ersten
| (21:38:58) DerEine: arrrr
| (21:39:05) DerEine: warte kurz,muss erstma ankommen
| (21:39:06) DerAndere: was war das erste??
| (21:39:07) DerAndere: xDD

340ml - Sorry for the Delay

Beim Graben nach aktueller Musik aus Afrika stach diese Band aus Maputo, der Hauptstadt Mosambiks, ins Ohr. Wahrscheinlich weil sie keines der Klischees bedienen, die sich an die Musik südlich der Sahara knüpfen (»Ey, subsaharan«, Zitat aus »Der Diktator«), keine überbordende Hektik wie im Coupé Decalé, keine perlenden Gitarrenläufe wie in Benga oder Chimurenga, statt dessen Popmusik in einem sorgfältigen Arrangement, wie es so überzeugend zuletzt zu Tropicalia-Zeiten aus Brasilien kam.

Durian Brothers - Split Series #22

Die Durian Brothers erkundeten mit zwei Plattenspielern, einem Sequencer und diversen Hilfsmitteln aus Papier und Metall auf ihren bisherigen EPs vertrackte rhythmische Strukturen. Ein älteres Stück, »Giri Giri« enthält das gleiche Motiv, das in Berlin auch die U-Bahn singt, wenn sie über dem Gleisdreieckpark in die Kurve geht.

Von Duesz - Dynamo, Garant

Die Band kommt aus der Stadt, die es nicht gibt (um mal eine Usenet-Antiquität wieder auszugraben), und mischen lässig unbekümmert Techno, Elektronisches und Jazz und bringen mit Spilts tatsächlich eine Verbeugung vor dem Free Funk aus Ornette Colemans »Prime Time«-Zeiten unter. Leider hält die zweite Platte nicht so ganz, was sie auf Dynamo noch versprochen hatten.

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