Hilary Hahn & Hauschka - Silfra

Mit Hilary Hahn traf sich Hauschka angeblich auf Island um das eher Unmögliche auszuprobieren: Improvisieren mit einer klassisch ausgebildeten Musikerin (Geige). Hauschkas rhythmisch orientierte Auffassung von Musik (präpariertes Klavier) schwappt dabei häufiger mal ins Getragene, aber glücklicherweise scheint Frau Hahn genauso viel Freude am Experimentieren zu haben wie er.

Neneh Cherry & the Thing - The Cherry Thing

Don Cherrys Tochter dürfte für 7 Seconds mit Youssou N'Dour am bekanntesten sein. Dabei hat sie Anfang der 80er beim Pop Group-Ableger Rip Rig & Panic die hörenswerteren Sachen hinterlassen. Für die aktuelle Aufnahme hat sie die norwegischen Brachialjazzer von The Thing domestiziert, und mischt eigene Stücke mit Cover-Versionen - unter anderem von ihrem Vater. Too Tough Too Die bezieht sich leider nicht auf die Ramones, dafür verbeugt sie sich vor Suicide: Dream Baby Dream.

Evade - Destroy & Dream

Neue Lieblinge: die Jungs und das Mädchen aus Macao (dem portugiesischen Hongkong) lassen die Rhythmen straucheln, geben dem Lärm Raum und vermeiden Heimeligkeit, wenn sie Indie-Klischees mit Elektro-Gewittern unterlaufen. Die etwas atmosphärisch geratenen Studio-Aufnahmen sind durchaus tanzbar gemeint, wie Live-Aufnahmen zeigen (http://www.youtube.com/watch?v=3D-bK-RwtGICM).

Sleigh Bells - Reign of Terror

Nach dem Konzert im Festsaal Kreuzberg wollte ich eigentlich empfehlen, sich die Mischung aus Dampframmendisko und Indie-Pop live anzusehen, aber leider scheint das Duo (gestern abend zu dritt mit zwei Gitarren) schon wieder auf dem Rückweg in die USA zu sein. Dabei war ihr Gesangssolo zur Rhythmusmaschine, die Geräusche aus der Schrottpresse zerhackte, ziemlich hörenswert.

Greie Gut Fraktion - Baustelle, Wir bauen eine neue Stadt (Stadtmixe)

Gudrun Gut (Urgestein der NDW mit Malaria) wurde von Antye Greie eingeladen, bei einer Klanginstallation mitzuarbeiten, IIRC. Daraus ist mehr geworden: die beiden haben Baustellen abgeklappert und Töne und Rhythmen gesammelt. Die Elektronik im Studio haben sie dann als Mischmaschine für eine recht eigene Variation von TripHop, Minimal und NDW (Palais Schaumburgs "Wir bauen eine neue Stadt" ist natürlich dabei) verwendet.

Brandt Brauer Frick - You Make Me Real

Es klingt fast nach handgemachtem Techno, fielen durch die überwiegend klassische Instrumentierung nicht die Klangflächen aus den elektronischen Apparaturen weg. So erinnert das perkussive Spiel fast an Stücke von John Cage (mal sehen ob ich "Three Dances" wiederfinde), nur diese Tänze könnten DJs tatsächlich im Club auflegen.

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