Bethany & Rufus - 900 Miles

Sie (die Tochter von Peter aus Peter, Paul und Mary) singt, raunt und haucht, er streicht, zupft und hämmert auf dem Cello. Trotz der Beschränkung ziehen die beiden die Stücke nicht nur aus dem Rahmen des Folk, sondern verknüpfen die Musik so mit Jazz, Pop und Elementen aus der Weltmusik als hätte sie schon immer so klingen müssen.

Juana Molina - Rara, Segundo, Tres Cosas, Son

Auf der neuen Platte (Un dia), die Anfang Oktober erscheint, erinnern die Aufnahmen fast an Laurie Anderson oder Meredith Monk. Dabei hat die Argentinierin irgendwo zwischen Stereolab und Cat Power angefangen (s. Rara). Auf dem Weg dazwischen entwickelt und erkundet sie Klänge vorzugsweise die der Stimme. Bei aller Experimentierfreude sind die Aufnahmen so zurückhaltend, dass sie fast schon zur Klangtapete taugen.

Serious Drinking - The Revolution Starts at Closing Time

Pure Sentimentalität: In der kurzen ihnen beschiedenen Zeitspanne Anfang der 80er überführten die Briten den Pubrock in den Pubpunk. Die stellenweise bierseligen Gesänge werden auch von Ska-Rhythmen getragen und durch den Twang der Surf-Gitarre betont. Ein paar extra Tränen weine ich der Band wegen ihres Namens und des Albumtitels hinterher.

Amina Alaoui - Alcantara

Mit Kunstleder hat der Albumtitel eher nichts zu tun. Statt dessen verknüpft die marokkanische Musikerin spanische Folklore mit ihrer Musiktradition und begibt sich einmal mehr auf die Spuren der Musik, die zur Zeit der Convivencia, des Zusammenlebens von Moslems, Juden und Christen in Al Andalus (maurischer Teil Spaniens) gespielt worden sein könnte.

La Mar Enfortuna - Convivencia

Das Duo aus New York macht normalerweise sehr statische Musik unter dem Namen ELysian Fields. Hier widmen sie sich der Musik der Sephardim, jener Juden, die nach dem Ende der Reconquista um 1500 aus Spanien und Portugal vertrieben wurden (und unter anderem in Hamburg landeten). Sie  verbinden dafür Klezmer mit arabischen Klängen, elektronischen Spielereien und Indie-typischen Experimenten.

Robert Mitchum - Calypso Is Like So

Ende der 50er entdeckte der Schauspieler den sich in Trinidad etablierenden Calypso und versuchte erfolglos, den Sound in die USA zu importieren. Vielleicht hätte er Sprachgestus und Thematik (»From a logical point of view better choose a woman uglier than you«) doch nicht eins zu eins übernehmen sollen.

Cornelius - 69/96, Point, Sensuous

Auf die Frage, wie man mit dem Erbe von Yellow Magic Orchestra einerseits und My Bloody Valentine andererseits umgehen soll, findet der japanische Mädchenschwarm mit dem Planet-der-Affen-Pseudonym ähnlich unterhaltsame Antworten wie Stereolab, berücksichtigt aber noch weniger  stilistische Grenzen.

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