Nomo - Ghost Rock

Die Band aus New York versieht ihren Afrobeat mit anfangs vielleicht störenden Geräuschen, die sich aber schnell in Verzierungen wandeln und der Tanzbarkeit vieler Stücke nicht entgegen stehen.

Nisennenmondai - Neji Tori

Nur für hartgesottene Ohren: Die drei zierlichen Japanerinnen lieben Pop Group, Sonic Youth, den Lärm und die Rückkopplung. Das zelebrieren sie ganz gewissenhaft auf den beiden EPs, die für den amerikanischen Markt zu einer CD zusammengefasst wurden.

Bethany & Rufus - 900 Miles

Sie (die Tochter von Peter aus Peter, Paul und Mary) singt, raunt und haucht, er streicht, zupft und hämmert auf dem Cello. Trotz der Beschränkung ziehen die beiden die Stücke nicht nur aus dem Rahmen des Folk, sondern verknüpfen die Musik so mit Jazz, Pop und Elementen aus der Weltmusik als hätte sie schon immer so klingen müssen.

Juana Molina - Rara, Segundo, Tres Cosas, Son

Auf der neuen Platte (Un dia), die Anfang Oktober erscheint, erinnern die Aufnahmen fast an Laurie Anderson oder Meredith Monk. Dabei hat die Argentinierin irgendwo zwischen Stereolab und Cat Power angefangen (s. Rara). Auf dem Weg dazwischen entwickelt und erkundet sie Klänge vorzugsweise die der Stimme. Bei aller Experimentierfreude sind die Aufnahmen so zurückhaltend, dass sie fast schon zur Klangtapete taugen.

Tinariwen - Aman Iman, Amassakoul, The Radio Tisdas Sessions

Die Gruppe gibt es schon seit 25 Jahren, aber die Tuareg-Musiker haben bis 2000 ihre Stücke eher auf Kassetten in den Ländern südlich der Sahara veröffentlicht. Angeblich haben sie nur die traditionellen Instrumente mit den modernen Pendants vertauscht, aber trotzdem lautet die gängige Assoziation "Wüsten-Blues", was zwar einen Eindruck beschreibt, aber der Musik längst nicht gerecht wird. Die ist allein mit dem kehligen Gesang und dem Rhythmus im Passgang wesentlich vielschichtiger.

Kora Jazz Trio - s.t., Part Two

Die drei Musiker leben in Paris und stammen aus Guinea und dem Senegal von wo sie auch die Kora (annähernd: Kürbisharfe) mitgebracht haben, die sie in der klassischen Jazz-Trio-Besetzung neben Klavier und Schlagzeug einsetzen. Normalerweise würde ich Jazz nicht ins Archiv packen, aber hier wird an verschiedenen Stellen die Ausbeutungsrichtung umgekehrt: Nicht Jazzer peppen ihre Stücke exotisch auf, sondern der westafrikanischen Musik wird Jazz beigemengt.

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